In Göreme und zurück

Göreme ist eine kleine Touristenstadt in Kappadokien, Mittelanatolien von ca. 2000 Einwohner. Zum Pfingstereignis kamen viele Besuchervon dort nach Jerusalem. Es soll bereits im 3. Jhdt. hier viele lebendige Gemeinde gegeben haben. Vielleicht haben sie schon damals das Evangelium in ihre Gegend getragen,  oder sie kamen aus der Missionstägikeit des Paulus hervor. Wir steigen sehr günstig im Hotel Royal Stone House ab (18,50 Euro pro Übernachtung mit Frühstück). Schon morgens um 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu den berühmten Tuffsteinhöhlen/ Häusern/Kirchen, die meisten am Stadtrand von Göreme.

Viele Hotels hier sind aus Tuffsteinquader, oder sogar in Tuffsteinfelsen hineingebaut.

Die von Vulkanaktivitäten und Wasserläufen geschaffene, bizarre Landschaft wurde im großen Stil zuerst ab dem 4. Jhdt., dann im 11. und 12. Jhdt.bewohnt. Es wurden damala Wohnhäuser,  Kirchen und andere öffentliche Plätze in den Felsen gebaut.

Ganz am Ende der Hauptstrasse befindet sich das Freilandmuseum (Eintritt ca. 9 Euro), wo am meisten zu sehen ist. Grosse Anlagen mit Kirchen, Gemeinderäume, Wohnhäuser, Küchen, Vorratsräume und Innenhofplätze gibt es zu sehen. Ich unterhalte mich mit einem etwas älteren türkischen Ordner in englisch, der sehr gut informiert ist und bei seiner Recherche über die ersten nachchristlichen Jahrhunderte Entdeckungen gemacht hat, die ich vor 15 Jahren auch gemacht habe (Hausgemeinde etc.).

Bilder von links oben nach unten: Kirche, daneben Gemeinderaum mit Essens-bzw. Abendmaltisch und Bänke aus Stein. Darunter Küche mit Feuerstelle in der Mitte und Wohnraum mit Tisch und Bank aus Stein.

Die Tuffsteine hier gehen auf die Ausbrüche der Vulkane Erciyes Daği, Hasan Daği und Melendiz Daği zurück. Im 4 Jhr. siedelten sich hier die ersten Christen an, um vor Verfolgung mehr geschützt zu sein. Sie schufen Kirchen und Wohnanlagen versteckt im Tuffstein. Diese Schaffensphase wurde in den folgenden 800 Jahren fortgesetzt. Die Fresken sind teilweise stark beschädigt, da sich bis 1964 niemand darum gekümmert hat. Ursprünglich hieß der Ort zur byzantinischen Zeit Matiana und später Avcılar. Erst in den 80er Jahren wurde aus touristischen Gründen der Name Göreme für die gesamte Stadt benutzt. Ursprünglich hieß nur der Bereich um das Weltkulturerbe so.

Nach 5 Stunden Besichtigung fahren wir wieder zurück nach M. über die Millionenstadt Kayseri, die auf einem 1054 m hohen Bergplateau liegt – am Fuße des erloschenen Vulkanes Erciyes (3916 m),  der mit seinen Ausbrüchen für die Tuffsteinschichten in Kappadokien verantwortlich war.

Kayseri ist auf den Ruinen des antiken Cäsarea gebaut, das im römischen Reich zu Ehren des Kaisers Tiberius ( † 37 n. Chr.) Das Christentum fand hier bei den Bürgern der Stadt früh Anklang (1 Petr 1,1).Sie wurde später die Hauptstadt der römischen Provinz Kappadocia.

Zu Beginn des 3. Jahrhunderts war Caesarea ein Mittelpunkt christlich-theologischer Bildung. Seine Blüte erlebte war im 4. Jahrhundert, als das Christentum zur Staatreligion wurde. Die Sozialwerke (Spitäler, Altersheime, Armenspeisung), die Basilius von Caesarea in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts dort einrichtete, waren in der Antike berühmt.

Auf der Weiterfahrt bewunderen wir die schöne Gegend des anatolischen Hochlands.

 

 

 

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~ von risced - 24/05/2016.

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